Mit „Graph Search“ stellt Facebook seine Nutzer vor die nächste große Umstellung. Besonders in Deutschland dürfte das Datenschützer aufhorchen lassen.

Soziale Suchmaschine

Die neuste Idee des Facebook-Gründers Marc Zuckerberg ist eine in das soziale Netzwerk integrierte Suchmaschine, die den gewöhnungsbedürftigen Namen „Graph Search“ trägt. Sie soll langsam ins System integriert und ihr Umfang stetig vergrößert werden. Auf kurz oder lang soll es den Facebook-Usern so möglich sein, sämtliche Informationen des Netzwerks mithilfe einiger Schlagworte finden zu können. Das umfasst momentan „nur“ Personen, Fotos und Orte, soll sich aber nach erfolgreichem Test der Beta-Version auf alle Informationen erstrecken. Diese sind zwar auch jetzt schon mit der herkömmlichen Facebook-Suche auffindbar, jedoch oft nur mithilfe mehrerer Zwischenschritte und Klicks. Das soll „Graph Search“ jetzt ändern, die Informationen sollen leichter zugänglich und übersichtlicher aufgearbeitet sein.

Fortschritt durch Intelligenz

Das besondere an der neuartigen Suche: Es handelt sich nicht um eine herkömmliche Suchmaschine, sondern um eine intelligentere und weiterentwickelte Suchfunktion. „Graph Search“ ist in der Lage vollständige Sätze, Redewendungen oder komplexere Inhalte zu verstehen und zu interpretieren. Zudem liegen der Suchmaschine zahlreiche Informationen über den Suchenden vor, die mit in die Suche einbezogen werden. Es erhalten also keine zwei Nutzer mit gleicher Suchanfrage die gleichen Ergebnisse. Durch diese personalisierte Suche, sollen die Ergebnisse besser auf die User zugeschnitten sein als das momentan der Fall ist.

Erneuter Affront gegen den Datenschutz?

Datenschützern ist Facebook ohnehin ein Dorn im Auge, kein Wunder also das jede Änderung im System des Social-Network Giganten sofort eingängig geprüft wird. Eine verbesserte, intelligentere und effektivere Suchfunktion, die „alles“ finden soll, lässt da natürlich aufhorchen. Fakt ist aber, dass auch „Graph Search“ nur die Daten und Informationen finden wird, die von den jeweiligen Nutzern auch freigegeben sind. Stellt man Privates nur bestimmten Personen zur Verfügung, werden auch weiterhin nur diese, darauf zugreifen, beziehungsweise erfolgreich danach suchen können. Einige „Likes“, Kommentare und Aktivitäten liegen allerdings schon so weit in der Vergangenheit, dass sich viele User wahrscheinlich nicht einmal mehr daran erinnern können, sie getätigt zu haben, dementsprechend werden sie wohl oft nicht durch die richtigen Privatsphäre-Einstellungen geschützt sein. Da „Graph Search“ nun aber auch solche Angaben leicht findet und auf den ersten Blick sichtbar macht, könnte das bei einigen Facebook-Mitgliedern für ein böses Erwachen sorgen.

SEO-Optimierer in der Pflicht

Die neue Search-Engine bringt nicht nur Änderungen für Facebook-Nutzer sondern auch für Suchmaschinenoptimierer mit sich. Konkrete und einheitliche Schreibweisen von Adressen, Locations, Personen und Vorgängen werden immer wichtiger, da die Suchanfragen künftig komplexer und länger werden. Auch Bing-Resultate werden stark mit einbezogen, weshalb auch hier mehr Wert auf eine Suchmaschinenoptimierung gelegt werden sollte und das möglichst bevor Graph Search in vollem Umfang anläuft.