Google gab kürzlich bekannt, keine Werbung mehr anzuzeigen, die Nutzer über mehrere Seiten hinweg aufspüren können. Dies bedeutet, dass es keine personalisierte Werbung nach der aktuellen Vorgehensweise mehr geben wird. Zukünftig will Google darauf verzichten, durch Analyse seiner User gezielte Werbeanzeigen zu platzieren. Die auf das persönliche Surfverhalten zugeschnittene Werbung galt bisher für Werbetreibenden sehr attraktiv und effektiv.

Überwachung einzelner User entfällt

Das Versprechen von Google bedeutet, dass nach der Abschaffung der Tracking-Cookies keine bestehenden oder alternativen Techniken entwickelt bzw. eingesetzt werden, um User verfolgen zu können. Damit soll in erster Linie die Privatsphäre geschützt werden. Das Internet muss offen und zugänglich für alle sein. Einzelne Personen sollen beim Surfen im Netz nicht verfolgt werden und keine Cookies von Drittanbieter mehr erhalten. Die Ankündigung von Google kommt überraschend. Bei genauerem Betrachten der Entwicklungen die letzten Jahre und der damit verbundenen Bemühungen, musste hier jedoch etwas geschehen. Schon 2019 hatte Google mit dem Maßnahmenbündel „Privacy Sandbox“ Entwürfe für ein Internet ohne Tracking entwickelt. Neben Lob gab es aber auch viel Kritik von Datenschutz.

Google kündigt Alternative ohne Tracking an

Einige Aspekte des Maßnahmenbündels will Google in Zukunft ausbauen. Das FLoC (Federated Learning of Cohorts) soll große Gruppen von Nutzern in Clustern zusammenfassen. Daraus sollen dann die Gemeinsamkeiten der Gruppeneigenschaften herausgefiltert werden. Durch diese Technik wird die Einzelperson geschützt, da sie sozusagen in der Gruppe untertaucht. Genutzt wird dabei die geräteinterne Verarbeitung. So wird der Browserverlauf geschützt. Jüngste Test dieser Technik haben gezeigt, dass Werbetreibende mit dieser Vorgehensweise mindestens 95 % der jetzigen Conversion erzielen können. Es wird verstärkt auf einzelne Komponenten wie den Clustering-Algorithmus oder die ausgewählte Zielgruppe gesetzt. Google arbeitet bereits seit Jahren an der Technologie. Daher kann erwartet werden, dass die Alternativen ausgereift sein werden. Innerhalb von Google Ads soll im zweiten Quartal 2021 ersten Werbetreibenden diese Alternative zur Verfügung stehen.

Kein Verzicht auf Werbung

Der Verzicht auf Werbeanzeigen ist jedoch nicht zu erwarten. Der Konzern machte allein im vierten Quartal des vergangenen Jahres 31,9 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Anzeigen im Umfeld der Internetsuche. Der Gesamtumsatz im letzten Quartal des vergangenen Jahres betrug 47 Milliarden US-Dollar. Somit erzielt Google zwei Drittel des Konzernumsatzes aus Anzeigen. Die Ankündigung kam zwar im ersten Moment einem Paukenschlag gleich, doch am Ende wird sich für Werbetreibende gar nicht so viel ändern. Die Konkurrenz, vor allem Facebook werden durch diese Ankündigung allerdings gewaltig unter Druck gesetzt. Hier ist ein Verzicht auf personalisierte Werbung kaum vorstellbar.