Nicht erst seit gestern ist Google die wichtigste Suchmaschine um Informationen aus dem Netz zu erhalten. Mit 5,6 Milliarden Suchanfragen pro Tag (das sind rund 63.000 Anfragen pro Sekunde!), zeigt sich dabei ganz deutlich die Dominanz des Unternehmens mit Sitz in Mountain View, Kalifornien.
Alles wird gegooglet: Nachrichten, Prominente, Krankheiten, der nächste Urlaub und vieles mehr. Mit seinen riesigen Datenmengen hat Google auf fast alle Suchanfragen die richtigen Antworten. Diese zu finden ist allerdings manchmal wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Zum Glück gibt Google dazu seinen Nutzern eine Fülle von Werkzeugen an die Hand, die die Suche verfeinern und erleichtern, die sogenannten Suchoperatoren. Sie helfen, benötigte Informationen noch schneller zu finden.
Die wenigsten jedoch wissen, dass sie sich ebenfalls eignen, Auskünfte, sowohl über die eigenen Webseiten, als auch Informationen über Seiten der Konkurrenz zu erhalten. Genau darum geht es in diesem Artikel.

 

1. Die Google Suchoperatoren

Google Suchoperatoren sind bestimmte Zeichen oder Befehle, mit deren Hilfe eine Suche erweitert und verfeinert werden kann werden kann. Diese werden für gewöhnlich unterschieden in Basisoperatoren und erweitere Operatoren. Die Basisoperatoren bestehen aus einzelnen Zeichen, die um den Suchbegriff herum platziert werden.

Anführungszeichen („“)
Werden ein oder mehrere Suchbegriffe mit Anführungszeichen ausgestattet, so wird nach der exakten Phrase, ohne Einbezug von Synonymen gesucht.

OR
Bei einer Verknüpfung der Suchbegriffe mit dem OR-Operator wird sichergestellt, dass mindestens einer der eingegebenen Suchbegriffe in den Ergebnissen auftaucht. Alternativ kann dazu auch das Pipe-Symbol (|) verwendet werden.

Minuszeichen (-)
Durch ein Minuszeichen wird ein Suchbegriff ausgeschlossen und landet demnach nicht in den Ergebnissen.

Sternchenzeichen (*)
Das Sternchen ist ein sogenannter Platzhalter. Falls ein Teil des Suchbegriffs unbekannt ist, kann dieser durch ein * freigelassen werden.

 

Erweiterte Operatoren hingegen sind spezielle Befehle, die eine Suche auf einer bestimmten Webseite erlauben oder nach bestimmten Elementen einer Webseite suchen können.

site:
Weist Google an, den eingegebenen Suchbegriff nur auf der angegebenen Seite zu suchen.

 

cache:
Google cached jede indexierte Webseite und mit dem cache-Operator lassen sich diese Inhalte gezielt durchsuchen. Als Ergebnis erhält man eine zwischengespeicherte Version einer Seite, inkl. Angabe des Datums der Speicherung. Gerade wenn eine Webseite einmal nicht erreichbar sein sollte, so kann auf die zwischengespeicherte Version zugegriffen werden.

 

intitle:
Mit dem intitle-Operator kann gezielt nach Webseiten gesucht werden, die den eingegebenen Suchbegriff im Titel tragen.

 

inurl:
Ähnlich verhält es sich mit dem inurl-Operator, nur dass der Suchbegriff nicht im Titel der Webseite, sondern in der URL unter der sie zu erreichen ist, gesucht wird.

 

Hierbei werden nun also alle Seiten in den Ergebnissen gelistet, die den Begriff Staubsauger in der Adressleiste besitzen.

intext:
Mit diesem Operator kann die Suche auf Webseiten begrenzt werden, bei denen der gesuchte Begriff im Text vorkommt.

 

Natürlich lassen sich die erweiterten Operatoren auch kombinieren, sodass auf einer angegebenen Website gezielt nach Unterseiten mit einem bestimmten Titel gesucht werden kann.

 

 

2. Relevanz für die SEO-Praxis

Welche praktischen Anwendungsfälle sich daraus für die tägliche SEO-Arbeit ergeben, soll an dieser Stelle vorgestellt werden.

Anzahl indexierter Seiten herausfinden
Dazu eignet sich die site-Abfrage in Verbindung mit der gesuchten Domain.

Hier ist zu sehen, dass die Domain ungefähr 15.800 Seiten, samt Unterseiten aufweist. Sollte die Domain nun eigentlich mehr Seiten haben und es werden weniger angezeigt, so kann von einem Indexierungsproblem ausgegangen werden.
Auch lassen sich hiermit die existierenden Subdomains filtern.

 

Dazu einfach eine gewöhnliche Site-Abfrage vornehmen und die www-Domain mit dem Minuszeichen ausschließen. Heraus kommt die Anzahl indexierter Subdomains.

 

Cache-Version
Wurden vor kurzem Optimierungen an der Seite vorgenommen, die bis dato aber kein besseres Ranking oder steigende Besucherzahlen bewirken? Möglicherweise hat Google noch eine alte, indexierte Version der Seite im Zwischenspeicher. Um das zu überprüfen kann der cache-Befehl verwendet werden. Dieser zeigt das Datum der Indexierung an. Liegt dieses Datum nun weiter in der Vergangenheit als das Datum an dem die Seite bearbeitet wurde, so wird klar, das Google die Änderungen noch gar nicht berücksichtigt hat.

 

Snippet einer beliebigen Seite analysieren
Weiterhin erlaubt es die site-Abfrage, das Snippet einer beliebigen Seite anzuzeigen. Dazu die Site-Abfrage mit der expliziten Seite verbinden, deren Snippet analysiert werden soll.

Duplicate Content auffinden
Aus SEO-Sicht ist Duplicate Content in jedem Fall zu meiden. Um herauszufinden, ob er auf einer Seite existiert, muss die Site-Abfrage mit dem Phrasen-Operator („“) verbunden werden. Dabei ist ein längerer Textbaustein zu verwenden, der auf der Seite vorkommt und der im Hinblick auf Duplicate Content geprüft werden soll.

Idealerweise sieht das Ergebnis genau so wie in dem Bild oben aus. 1 Treffer bedeutet kein Hinweis auf Duplicate Content.

 

Gestohlener Content?
Um herauszufinden ob jemand Anderes den eigenen Content auf einer fremden Webseite nutzt bietet sich gleichfalls der site-Befehl an. Dabei wird nach einen längeren Textteil der eigenen Seite gesucht, aber gleichzeitig die eigene Seite mit dem Minuszeichen ausgeschlossen.

Hier zeigt sich, dass Text von blem.de, ebenfalls auf 2 anderen Webseiten genutzt wird.

 

Welche eigenen Seiten eigenen sich für interne Verlinkungen?
Angenommen ein neuer Beitrag zum Thema „Schränke“ wurde verfasst.
Um nun mögliche Quellseiten für interne Verlinkungen auszumachen, kann ebenfalls der site-Befehl verwendet werde. Dazu ist eine site-Abfrage in Verbindung mit dem Keyword, für das die zu verlinkende Seite ranken soll, vorzunehmen. Gleichzeitig muss die Seite, zu der verlinkt werden soll ausgeschlossen sein.

 

Die Ergebnisliste umfasst potentielle Seiten, von denen auf den neuen Beitrag verlinkt werden könnte.

 

Seiten mit optimierungsbedürftigen Titeln aufspüren
Für die Suchmaschinenoptimierung ist der Titel einer Webseite ein wichtiger Faktor, durch den das Ranking mitbestimmt wird. Gleichzeitig ist er oftmals der erste Kontaktpunkt mit potentiellen Webseiten-Besuchern, da er bereits in den Suchergebnissen ausgespielt wird. Bestenfalls ist das Haupt-Keyword deshalb bereits im Titel enthalten.
Um nun die Seiten der eigenen Domain herauszufiltern, in denen das Keyword zwar im Text, jedoch nicht im Titel zu finden ist, kann der site-Befehl in Zusammenhang mit dem intext- und dem intitle-Befehl verwendet werden.

 

Auch ohne teure Tools, können m. H. der Google-Suchoperatoren eine ganze Reihe an SEO-Antworten gefunden werden. Durch die clevere Kombination verschiedener Operatoren, lässt sich ihre Stärke voll ausschöpfen.

 

 

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