Cookies akzeptieren, ablehnen oder persönlich einstellen – viele Webseiten arbeiten mit der Cookie-Technologie. Ad-Kampagnen oder auch das Speichern eines Online-Warenkorbes fußen darauf. Nun stellt der Internetgigant Google aber in den Raum, sogenannte Third Party Cookies in seinem Chrome-Browser bis Anfang 2022 zu beenden. Seitenbetreiber, die sich über personalisierte Werbeschaltungen finanzieren, suchen nun einen Weg, die Seitenbesuche anders, aber dennoch genauso effektiv zu monetarisieren.

Googles Alternative zu Cookies

Im Internet wird Technologie schnell von der nächsten überholt. Erinnern Sie sich noch an den Flash Player? Das wird nun auch mit den Cookies passieren. Google, das Unternehmen, das wohl das Ende der Cookies eingeläutet hat, bietet bald mit der Privacy Sandbox und den sogenannten intelligenten Kohorten, kurz FLoC, Möglichkeiten ohne Cookies. Noch ist deren DSGVO-Status nicht geklärt, daher sind sie bei uns noch nicht im Einsatz.

ID-Lösungen als Alternative zu Google

Nicht nur Google bereitet sich auf das Abschalten der Cookies vor. Weltweit rittern mehr als 80 ID-Lösungen um den bald vakanten Thron der Cookies. Bei den ID-Lösungen soll genaues Cross-Site-Targeting mit hochwertigem Schutz der Privatsphäre Hand in Hand gehen. Die User stimmen per E-Mail zu, müssen diese aufgrund des hohen kryptographischen Standards nicht offenlegen.

Obwohl es durchaus Unterstützer gibt, schätzen Experten, dass die Akzeptanz bei den Nutzern die 30-%-Marke nicht übersteigen wird.

Eigendaten statt Daten von Dritten

Wenn sich Publisher nicht auf Google oder ID-Lösungen verlassen wollen, bleibt ihnen kaum eine andere Wahl, als sich selbst um den Aufbau von First-Party-Daten zu kümmern. Eine Möglichkeit der Monetarisierung ist die Bezahlschranke (Pay-Modell). Das Geld kann zwar so direkt eingenommen werden, die Akzeptanz, für Webinhalte zu bezahlen, ist aber gering.

Ein in Deutschland häufig angewendetes Modell ist das Pur-Modell. Dabei haben die User die Wahl, für Inhalte zu zahlen oder darin einzuwilligen, die Daten preiszugeben. Noch ist hier eine DSGVO-Rechtskonformität nicht klar.

Beim Log-in-Modell werden SSO und CMP vereint. So können User einfach erreicht werden. Einwilligungen auf der einen Webseite können so direkt für eine Partnerseite übernommen werden.

Das Plus-Modell operiert mit frei zugänglichem und besonderem, hinter einer Paywall verborgenem Content. Artikel ohne großes Reichweitenversprechen sind also ohne Bezahlung zu konsumieren. Artikel, die ein Thema von besonderem Interesse aufgreifen, muss man bezahlen. So werden Log-in-Daten generiert.

Statt besondere Artikel hinter eine Paywall zu stellen, funktioniert das Touchpoint-Modell mit anderem Mehrwert für die User. Wer seine Daten eingibt, kann an Gewinnspielen teilnehmen oder schnell über einen Newsletter informiert werden.